Täter-Arbeitsweisen
Strategien verstehen, um wirksam zu schützen
Wer sein Zuhause gezielt schützen möchte, sollte nicht nur Schwachstellen kennen, sondern auch die typischen Strategien von Einbrecher:innen verstehen. Wer diese Vorgehensweisen kennt, kann sein Zuhause genau dort stärken, wo es angreifbar ist.
Kalte Methoden: Die klassische Einbruchstaktik
Einbrüche erfolgen meist mit simplen Werkzeugen wie Schraubenzieher oder Kuhfuß. Türen und Fenster werden oft durch Aufhebeln an den Verschlussstellen oder der Bandseite geöffnet – besonders bei schwachen Schließblechen oder Rollzapfen ein leichtes Ziel. Auch gezielte Angriffe auf Schließzylinder – etwa durch Aufbohren, Abbrechen oder Ziehen – zählen zu häufig eingesetzten Methoden.
Heiße Methoden: Laut und gefährlich
In seltenen Fällen bedienen sich Täter:innen sogenannter „heißer“ Methoden – etwa dem Aufschweißen von Schlössern. Diese Variante ist zwar geräuschvoll, aber nützlich, wenn schnelles Eindringen ohne Spuren einen Vorteil bietet.
Glas ist nicht gleich unverwundbar
Einige Einbrüche erfolgen über Glas – durch Einschlagen, kleine Löcher bohren oder gezieltes Durchgreifen, um Mechanismen wie Griffe zu entriegeln.
Zeit ist knapp – und entscheidend
Täter:innen sind meist Gelegenheitstäter und vermeiden lange Einsätze. Studien zeigen, dass viele Einbruchsversuche abgebrochen werden, wenn der Zugriff nicht innerhalb von drei bis fünf Minuten gelingt. Ein gutes Zeitmanagement der Sicherung kann also abschrecken.
Strategische Ziele – dort einbrechen, wo es leicht scheint
Einbruchstellen sind häufig klassische Schwachpunkte: Haustüren (besonders bei Mehrfamilienhäusern), Fenster im Erdgeschoss oder Terrassentüren bei Einfamilienhäusern bieten oft ungeschützten Zugang. Kellerfenster und Lichtschächte sind weitere beliebte Einstiegspunkte.
Warum du diese Taktiken kennen solltest
- Gezielter Schutz: Wer weiß, wie eingebrochen wird, schützt gezielt – z. B. Pilzkopfverriegelungen, zertifizierte Mehrfachverriegelungen und Schutzbeschläge.
- Entschleunigung wirkt abschreckend: Eine gesicherte Tür oder ein beschlagener Fenstergriff kann den Einbruch bereits verhindern, weil die Täter:innen nur begrenzt Zeit investieren wollen.
- Technik clever kombinieren: Mechanik als Basis, elektronische Ergänzung – aber nicht als Ersatz: Alarmanlagen melden, leisten aber keine physische Barriere.