Vorurteile und Mythen
Viele verbreitete Aussagen rund um Einbruchschutz vermitteln ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Grund genug, einige weitverbreitete Mythen und Vorurteile unter die Lupe zu nehmen:
1. „Einbruchschutz? Brauch ich nicht!“
Fahrlässig – denn typische Fenster und Türen in Wohnungen bieten kaum Schutz gegen Einbrecher. Sie halten zwar Wind und Wetter ab, aber nicht potenzielle Täter.
2. „Bei mir wird schon nicht eingebrochen.“
Ein gefährliches Gedankenmodell: In Deutschland wird etwa alle sieben Minuten eingebrochen. Ein einfacher Schraubenzieher genügt, um ungesicherte Fenster in Sekundenschnelle zu öffnen.
3. „Bei mir ist nichts zu holen.“
Viele denken, sie besitzen nichts Wertvolles – doch Einbrecher wissen nichts von persönlichen Einschätzungen. Selbst kleine Dinge wie Schmuck, Erinnerungsstücke oder ein Handy können Grund genug sein.
4. „Ich bin ja versichert.“
Versicherungen ersetzen oft nur den materiellen Schaden – aber keine Erinnerungen, emotionalen Werte oder den Verlust des Sicherheitsgefühls. Häufig ist darüber hinaus auch der Vertrag nicht ausreichend angepasst.
5. „Ich habe alles gut versteckt.“
Einbrecher kennen sämtliche klassischen Verstecke – und durchwühlen Schränke und Schubladen im Eiltempo. Das resultierende Chaos und der verletzende Verlust der Privatsphäre sind häufig schlimmer als der materielle Schaden.
6. „Einbrecher kommen überall rein.“
Popkultur mag andere Bilder malen – in der Realität handelt es sich meist um sogenannte Gelegenheitstäter mit einem Schraubenzieher. Standardfenster und -türen sind für sie keine Hürde.
7. „Einbrecher kommen in der Nacht.“
Ein Irrglaube: Die meisten Einbrüche finden tagsüber statt – etwa zur Arbeitszeit oder am Wochenende. Die Dunkelheit nutzen Täter eher als Schutz vor Zeugen, nicht zwingend für den Tatbeginn.
8. „Einbrechern muss man sich entgegenstellen.“
Keinesfalls! Konfrontation kann gefährlich sein. Im Falle einer Bedrohung ist es ratsam, sich zurückzuziehen und sofort die Polizei unter 110 zu informieren – möglichst mit genauer Täterbeschreibung.
9. „Ich kaufe mir eine Alarmanlage.“
Alarmanlagen melden Einbrüche – sie verhindern sie jedoch nicht. Mechanische Sicherheitstechnik wie Pilzkopfzapfen oder Aufschraubsicherungen wirkt präventiv, indem sie potentiellen Tätern Zeit raubt und das Risiko des Entdecktwerdens erhöht. Gefährdete Objekte sollte man unbedingt zusätzlich mechanisch sichern.
10. „RC-1 reicht völlig.“
Die Widerstandsklasse RC-1 ist für Schlaggewalt konzipiert – nicht gegen Werkzeug. In privaten Bereichen empfiehlt die Polizei mindestens RC-2 oder RC-3, denn diese Klassen sind für Werkzeugangriffe wie Schraubenzieher geprüft.
11. „Ungeprüfte Sicherheit ist auch okay.“
Ohne DIN-Zertifikat weiß man nie wirklich, ob Sicherheitstechnik hält, was sie verspricht. Geprüfte Produkte garantieren Qualität – oft gekoppelt an sachgerechte Montage oder Betreuung durch einen Fachbetrieb.